Bist du schon ausgezogen? Oder renovierst du noch?

Was für eine irritierende Frage!?

Worum geht es hier? Um mein Haus, meine Wohnung, … aber ja da wohne ich doch drin?
Ja, ich müsste mal renovieren. Aber, Birgit, das meinst du doch sicher nicht!?

Wenn du mich schon kennst, ahnst du, dass mehr dahintersteckt.

Wen du neu bist, herzlich willkommen.

In jedem Fall: Willkommen zu einer Reise in dein Lebenshaus.

Die Frage ist doch: Wie sehr bist du schon in deinem Leben zuhause?

Ist es dein Leben? Oder ein Leben nach äußeren Maßstäben, was „man“ eben auf diese Art und Weise macht? Schule, Ausbildung oder Studium, Beruf, Heiraten, Kinder kriegen, … irgendwann sterben.

Als ich (Birgit) mich auf den Weg in mein Leben machte, da habe ich mir nicht wirklich Gedanken über sowas gemacht. Ich ging zur Schule, machte Abitur, nicht der Rede wert. Und erst in der Berufsentscheidung habe ich die Wichtigkeit begriffen. Das umso mehr, als mein Beruf eine jahrelange Vorbereitung brauchte. Ich bin nämlich Musikerin geworden. Und da musst du eine knallharte Aufnahmeprüfung bestehen. Insofern habe ich in der Oberstufe auch weniger Wert auf einen guten Durchschnitt gelegt als auf Zeit zum Üben, für Chorproben und Musiktheorie lernen, Gehörbildung üben.

Meine Berufsentscheidung entsprach meinem Talent und dem Sinn, den ich als Kirchenmusikerin meinem Leben geben wollte. Sie war aber auch eine Entscheidung der Rebellion. Die sich gegen mich drehen würde. Aber das ist ein anderes Thema.

Grundlegende Entscheidungen wie Berufswahl oder die Wahl des Partners, der Partnerin, wie und wo leben wir- sind Entscheidungen, in denen dein individuelles Lebenshaus sich zeigen kann. Sie können aber auch dieses Lebenshaus so ganz und gar nicht widerspiegeln.

Wie bei Anja.

Anja hat sich in einem Workshop einladen lassen, sich ihr Leben wie ein Haus vorzustellen.

Vor ihrem inneren Auge erscheint zu ihrer Überraschung ein Landhaus mit einem blühenden Garten und Hühnern.

Sie sieht das Klingelschild mit ihrem Namen.

Sie öffnet die Tür. Die knarzt.

Im Sonnenlicht tanzt der Staub. Hier wohnt niemand.

Anja erschrickt: Wann bin ich denn nur ausgezogen!?

Meist wird der Alltag beschuldigt, für die Entfremdung verantwortlich zu sein.

All das Funktionieren, Abarbeiten, immer noch Rückstände, alles wieder von vorn. Endlich Wochenende. Einfach ausruhen. Dann zurück ins Hamsterrad. Immer so weiter …

Ja, die Arbeitswelt und alles andere ist nicht dazu geeignet, die Lust am Leben aufrecht zu halten!?
Ist das so!?

Ist es nicht vielmehr so, dass es viele kleine, mittlere und große Entscheidungen sind, über die Qualität deines Lebens entscheiden?

Wir neigen dazu, darüber nicht nachzudenken, weil wir spüren, dass das einiges an Veränderung mit sich bringen würde. Und wir wissen, dass unser Lebenshaus wie ein Mobile es: Wenn etwas auf der einen Seite schwerer wird, gibt es woanders Ausgleich. Beides fürchten wir. Und das ist normal.

Wir fürchten Veränderung. Und wir wollen Veränderung.

Was scheinbar widersprüchlich ist, ist ein täglicher Kampf der verschiedenen Teile unseres Gehirns:

Den alten Teilen, die Abweichung grundsätzlich als Lebensgefahr einstufen.

Den moderneren Teilen, die Veränderung durchaus als spaßig empfinden.

Und dem Teil, der Entscheidungen trifft. Aber von den anderen Anteilen hin und her gezogen wird. Nur, um dann einmal mehr eben keine Entscheidung zu treffen. Geschweige denn, wie umzusetzen.

Das ist Holzschnitt artig gezeichnet, aber es ist das, was täglich passiert. Und was für das weit verbreitete Problem der Prokrastination, der Aufschieberitis verantwortlich ist. Und letztendlich schiebst du dein Leben auf. Du bist aus deinem Lebenshaus ausgezogen, weil du meinst, darin bestünde die Lösung.

Die Lösung sollen leere Industriehäuser sein ohne Grün, ohne farbige Vorhänge, ohne Lachen, ohne Lebenslust!? Kann ja nicht sein.

Aber, wo anfangen!?

Bei dem, was du wirklich willst. Und was du vergessen hast – scheinbar. Weil es schmerzhaft ist, scheinbar unerreichbar, jetzt nicht möglich …

Weil du erwartest, dass du es so machen musst, wie man es da draußen sieht:
Alles verkaufen und auswandern. Oder mit dem Bus durch Südamerika.

Wenn das dein Weg ist, ja. Das ist mutig.
Aber im Kleinen etwas zu verändern, ist genauso mutig.

Dir zu begegnen, ist das Allermutigste.
Eine Viertelstunde früher aufzustehen, deinen Kaffee in Stille mit dir allein zu trinken, kann das Mutigste sein, was du jetzt gerade tust.
Deinen Partner um ein Date bitten, das kann mutig sein.
Abends ein Notizbuch zur Hand nehmen, und 3 Sätze deiner Wahl aufzuschreiben,
kann großen Mut erfordern.

Und dann übst du ein.

Es wird normaler, dann normal.

Dann hast du deine Komfortzone erweitert, da sind wieder mehr von deinen eigenen Gedanken.

Dann fällt dir Verschiedenes auf. Und du notierst es, nur für dich, nur ohne Erwartungen, was jetzt anders werden soll. Aber in der Tiefe verändert sich etwas.

Du stellst fest, was keinen Sinn ergibt.

Wenn du darin keinen Sinn siehst, hat es keinen Sinn.

Die Frage ist, was das bedeutet.

Mit dieser Frage nicht allein zu sein., ist hilfreich.

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